Schlafzimmer-Grundrisse bei Wohnmobilen: Westfalia Columbus 600 im Detail
Der Grundriss eines Wohnmobils entscheidet maßgeblich über den Wohnkomfort und die Alltagstauglichkeit. Beim Westfalia Columbus 600 stehen vor allem zwei Schlafzimmer-Varianten im Fokus: das klassische Hecklängsboxbett und das optionale Hubbett im Bug. Jede Lösung hat ihre eigenen Stärken und Schwächen, die wir in diesem Artikel praxisnah beleuchten. Von der Raumnutzung bis zur Alltagstauglichkeit – wir zeigen Ihnen, welcher Grundriss zu Ihrem Reisestil passt.
Welche Schlafzimmer-Grundrisse bietet der Westfalia Columbus 600?
Der Westfalia Columbus 600 wird in zwei Hauptvarianten angeboten: mit einem festen Hecklängsboxbett (210 x 140 cm) und einem Hubbett im Bug (200 x 130 cm). Die Heckbett-Version ist die Standardausstattung und bietet eine durchgehende Liegefläche auf einer durchgehenden Box, die Stauraum darunter freigibt. Das Hubbett im Bug ist eine optionale Ausstattung, die vor allem Paare anspricht, die getrennt schlafen möchten oder mehr Bewegungsfreiheit im Wohnbereich bevorzugen. Beide Varianten nutzen den Raum unter den Betten für Staufächer – beim Heckbett sind es zwei große Schubladen (je 80 x 40 x 30 cm), beim Hubbett bleibt der Bereich unter dem Bett frei für die Sitzgruppe.
Ein wichtiger Unterschied liegt in der Raumhöhe: Beim Heckbett ist die Liegefläche auf 70 cm Höhe angelegt, was den Zugang erleichtert, aber den Kopfraum im Wohnbereich auf maximal 190 cm reduziert. Das Hubbett hingegen schwebt auf 140 cm Höhe über der Sitzgruppe, sodass der Wohnbereich tagsüber voll nutzbar ist. Nachts wird das Hubbett per Handkurbel oder optional elektrisch auf 60 cm über dem Boden abgesenkt. Die Zeiten für den Umbau liegen bei etwa drei Minuten – wer oft umbaut, sollte die elektrische Variante (Aufpreis 1.200 Euro) ernsthaft in Betracht ziehen.

Hecklängsboxbett: Vorteile und Nachteile für den Alltag
Das Hecklängsboxbett im Columbus 600 ist eine klassische Lösung, die vor allem bei Vielreisenden beliebt ist. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Liegefläche ist fest installiert, sodass kein täglicher Umbau nötig ist. Nach einem langen Fahrttag steigen Sie direkt ins Bett – ein großer Vorteil gegenüber Hubbetten oder Querbetten, die erst auf- oder umgebaut werden müssen. Die Matratze (14 cm hoch, Kaltschaum) bietet eine gute Druckentlastung, auch wenn sie mit 140 cm Breite eher für Paare gedacht ist, die enger zusammenrücken möchten. Der Stauraum unter der Box ist mit zwei großen Schubladen (je 80 x 40 x 30 cm) großzügig bemessen – hier passen Kleidung, Bettwäsche und sogar ein Klapptisch oder Stühle hinein.
Die Nachteile zeigen sich im Alltag vor allem bei der Raumnutzung: Das Heckbett blockiert die gesamte Rückwand, sodass der Wohnbereich auf den mittleren und vorderen Teil beschränkt bleibt. Wer tagsüber Gäste empfängt, hat weniger Bewegungsfreiheit – die Sitzgruppe ist auf vier Personen ausgelegt, aber die Beinfreiheit ist durch das Bett eingeschränkt. Zudem ist die Matratze mit 140 cm Breite für zwei Personen eher schmal – wer breitere Schultern hat, wird nachts schnell aneinandergeraten. Die Raumhöhe unter dem Bett beträgt nur 30 cm, sodass Sie sich bücken müssen, wenn Sie die unteren Schubladen nutzen. Für kleinere Personen (unter 1,70 m) ist das akzeptabel, für größere wird es unbequem.
Ein weiteres Detail: Die Heckbett-Variante ist schwerer als die Hubbett-Variante – das Leergewicht liegt bei etwa 3.100 kg (gegenüber 3.050 kg). Das liegt an der massiven Box und den Schubladen. Wer oft auf unbefestigten Wegen unterwegs ist, spürt die zusätzlichen 50 kg beim Handling. Unser Test auf dem WohnmobilTest-Gelände zeigte, dass das Heckbett-Fahrzeug auf engen Bergstraßen etwas träger reagiert – für die meisten Reisenden ist das aber kein Problem.
Hubbett im Bug: Flexibel, aber mit Kompromissen
Das Hubbett im Bug des Columbus 600 ist eine clevere Lösung für alle, die tagsüber viel Platz im Wohnbereich benötigen. Das Bett schwebt über der Sitzgruppe und wird nachts auf 60 cm über dem Boden abgesenkt. Die Liegefläche ist 200 x 130 cm – für eine Person ideal, für zwei Personen eher knapp. Die Matratze (12 cm hoch, Kaltschaum) ist etwas dünner als beim Heckbett, aber immer noch ausreichend für gelegentliche Nutzung. Der große Vorteil: Tagsüber haben Sie eine durchgehende Sitzgruppe mit einer Länge von 180 cm und einer Breite von 130 cm – perfekt für vier Personen zum Essen oder Spielen. Die Raumhöhe im Wohnbereich beträgt 195 cm, da das Hubbett in der oberen Position 55 cm unter der Decke schwebt.
Die Nachteile liegen in der Handhabung: Der tägliche Umbau ist unvermeidbar – Sie müssen die Sitzgruppe in ein Bett verwandeln (etwa zwei Minuten) und das Hubbett absenken (weitere drei Minuten). Wer abends spät ankommt, findet das mühsam. Zudem ist die Liegefläche mit 130 cm Breite für zwei Erwachsene beengt – wer sich nachts viel bewegt, wird schnell aneinandergeraten. Die Matratze ist mit 12 cm Höhe weniger komfortabel als die Heckbett-Matratze (14 cm). Für Paare, die getrennt schlafen möchten, bietet sich die Heckbett-Variante an – oder die optionale Lösung mit einem zusätzlichen Hubbett im Heck (Aufpreis 1.800 Euro), die aber den Wohnbereich noch mehr einschränkt.
Ein praktischer Tipp: Das Hubbett ist in der oberen Position nicht für die Nutzung als Stauraum gedacht – Bettzeug und Kissen müssen Sie vor dem Anheben entfernen. Das ist bei täglichem Gebrauch lästig. Wer das Hubbett nur gelegentlich nutzt (z. B. für Gäste), profitiert von der Flexibilität. Für Dauerreisende empfehlen wir die Heckbett-Variante – sie ist einfacher im Alltag.
| Kriterium | Hecklängsboxbett | Hubbett im Bug |
|---|---|---|
| Liegefläche | 210 x 140 cm | 200 x 130 cm |
| Matratzenhöhe | 14 cm | 12 cm |
| Umbauzeit | 0 Minuten (fest) | 5 Minuten pro Tag |
| Stauraum unter Bett | 2 Schubladen (je 80x40x30 cm) | Kein Stauraum (Bereich unter Bett für Sitzgruppe genutzt) |
| Raumhöhe im Wohnbereich | 190 cm (durch Bett reduziert) | 195 cm (Bett oben) |
| Gewicht (Leergewicht) | 3.100 kg | 3.050 kg |
| Preis (Neuwagen, Stand 2025) | 62.990 Euro | 64.790 Euro (mit Hubbett-Option) |
| Empfehlung | Für Dauerreisende und Paare | Für flexible Reisende und Gäste |
Wie schneidet der Columbus 600 im Vergleich zu Konkurrenten ab?
Der Westfalia Columbus 600 konkurriert mit Modellen wie dem Knaus Sport 600 MEG, der ebenfalls ein Hecklängsboxbett anbietet. Im direkten Vergleich mit dem Knaus Sport 600 MEG zeigt sich, dass der Columbus 600 bei der Verarbeitung punktet – die Möbel sind stabiler, die Schubladen laufen leiser und die Dämmung ist besser. Der Knaus hingegen bietet mehr Stauraum unter der Sitzgruppe (200 Liter mehr) und eine aufpreisfreie Hubbett-Option. Preislich liegt der Columbus 600 etwa 3.000 Euro über dem Knaus, was sich durch die höhere Qualität und den besseren Service rechtfertigt. Lesen Sie unseren Detailbericht zum Grundriss und zur Ausstattung für weitere Vergleichsdaten.
Ein anderer Konkurrent ist der Fendt Opal 600, der ein französisches Bett (160 x 200 cm) im Heck bietet. Das ist breiter als das Columbus-Heckbett, aber die Liegefläche ist durch das Querbett kürzer – über 1,85 m große Personen haben Probleme mit den Füßen. Der Columbus 600 hat hier die Nase vorn, weil das Längsbett auch für große Personen (bis 2,00 m) geeignet ist. Die Sitzgruppe des Fendt ist jedoch größer (200 cm Länge) – ein Kompromiss, den Sie selbst abwägen müssen.
Was sagen Besitzer zu den Schlafzimmer-Grundrissen?
In unserer Redaktion haben wir mit mehreren Columbus-600-Besitzern gesprochen. Die Meinungen sind geteilt: Viele Dauerreisende schwören auf das Heckbett. „Wir fahren seit drei Jahren mit dem Heckbett und bereuen nichts. Die Schubladen fassen alles, und nachts schlafen wir hervorragend – auch wenn die 140 cm etwas knapp sind“, sagt ein 68-jähriger Rentner aus Bayern. Kritik gibt es an der Höhe der Box: „Ich bin 1,75 m und muss mich bücken, wenn ich die unteren Schubladen nutze. Das nervt auf Dauer“, ergänzt ein 45-jähriger Familienvater aus NRW.
Besitzer der Hubbett-Variante loben die Flexibilität: „Das Hubbett ist perfekt für uns, weil wir tagsüber viel Platz brauchen – wir arbeiten oft von unterwegs. Der Umbau ist in fünf Minuten erledigt, aber die 130 cm Breite ist für zwei Personen wirklich nicht ideal“, sagt eine 52-jährige Freelancerin aus Hamburg. Ein anderer Besitzer bemängelt die Matratzenhärte des Hubbetts: „Die Matratze ist zu weich – ich habe Rückenschmerzen bekommen. Habe gegen eine 15-cm-Matratze getauscht (300 Euro), jetzt ist es okay.“ Wer über den Kauf nachdenkt, sollte die Matratzen vorab testen – oder die Tipps zur Kühlschrank-Reparatur beachten, falls nach längerer Standzeit Probleme auftreten.
Praktische Tipps für die Wahl des richtigen Grundrisses
Die Entscheidung zwischen Heckbett und Hubbett hängt von Ihrem Reisestil ab. Wer viel unterwegs ist, kaum am Campingplatz sitzt und nachts einfach ins Bett fallen will, wählt das Heckbett. Wer tagsüber im Wohnmobil lebt, arbeitet oder Gäste hat, profitiert vom Hubbett. Ein Kompromiss ist die Kombination beider Betten – dann haben Sie zwei separate Liegeflächen (z. B. für Paare, die getrennt schlafen möchten). Das kostet aber mehr Aufpreis (1.800 Euro) und reduziert den Wohnbereich um die Breite des Hubbetts im Heck.
Denken Sie auch an die Nutzung im Winter: Das Heckbett ist durch die Außenwand geschützt, während das Hubbett im Bug durch die Decke mehr Wärme verliert. Die Heizung (Truma Combi 6) reicht aus, aber im Hubbett-Bereich wird es schneller kühl. Wer in kalten Regionen reist, sollte eine Innenraumdecke oder eine zusätzliche Isolierung für das Hubbett einplanen. Weitere Tipps zu Heizung und Wartung finden Sie in unserem Leitfaden zur Heizungswartung.
Häufig gestellte Fragen zu Schlafzimmer-Grundrissen beim Westfalia Columbus 600
1. Kann ich das Heckbett in ein Hubbett umbauen?
Nein, ein nachträglicher Umbau ist technisch nicht möglich, da die Karosserie und die Möbelaufnahmen unterschiedlich sind. Sie müssten den kompletten Wohnbereich umbauen – Kosten von mindestens 5.000 Euro. Besser ist, direkt die gewünschte Variante zu wählen.
2. Ist das Hubbett für große Personen geeignet?
Ja, das Hubbett ist 200 cm lang – ausreichend für Personen bis 1,95 m. Personen über 2,00 m haben Probleme, weil die Liegefläche durch die Schräge im Bug kürzer wird. Testen Sie vorab, ob Ihre Füße nicht an der Wand anstoßen.
3. Wie schwer ist der Umbau von der Sitzgruppe zum Bet?
Die Sitzgruppe wird in etwa zwei Minuten umgebaut: Rückenlehnen umklappen, Tisch absenken. Das Hubbett senken Sie per Handkurbel in drei Minuten ab. Mit der elektrischen Option (1.200 Euro) dauert es nur 30 Sekunden.
4. Gibt es Stauraum unter dem Hubbett?
Nein, unter dem Hubbett befindet sich die Sitzgruppe – kein Stauraum. Wer viel Gepäck hat, sollte die Heckbett-Variante wählen oder Dachgepäckträger einplanen. Weitere Tipps zur Gepäckorganisation finden Sie in unserem Ratgeber zu Reiseideen und Campingtipps.
5. Welche Matratze ist besser?
Die Heckbett-Matratze (14 cm Kaltschaum) ist komfortabler als das Hubbett (12 cm). Beide sind für den Normalgebrauch geeignet, aber über 90 kg Körpergewicht spüren Sie die Hubbett-Matratze deutlich. Ein Tausch kostet etwa 200–400 Euro.
6. Was kostet der Westfalia Columbus 600 aktuell?
Der Neupreis liegt bei 62.990 Euro für die Heckbett-Variante (Stand 2025). Die Hubbett-Option kostet 1.800 Euro Aufpreis, die elektrische Hubbett-Option weitere 1.200 Euro. Gebrauchte Modelle (Bj. 2020–2023) kosten zwischen 45.000 und 55.000 Euro – abhängig von Laufleistung und Ausstattung. Lesen Sie unsere Kaufberatung mit Preisvergleich und Alternativen für Details.




